Prof. Dr. Till Florschütz

Departmentleiter Künstlerische Therapien
Professur für Künstlerische Therapien, Schwerpunkt Musiktherapie

Biografie

Till Florschütz promovierte zum Doktor der Musikwissenschaften im Fachbereich Musiktherapie (2008), ist Psychologischer Psychotherapeut (Approbation 2005), Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (Approbation 1999), Diplom-Musiktherapeut (1992) und zertifizierter Lehrmusiktherapeut DMtG sowie Diplom- Musiklehrer für die Fächer Allgemeine Musikerziehung und Musikalische Früherziehung (1989).

Neben seiner Tätigkeit als Professor am Departement Künstlerische Therapien ist er seit 1999 als kassenzugelassener Psychotherapeut, Musiktherapeut und Supervisor in Hamburg-Eißendorf niedergelassen, gemeinsam mit seiner Frau, der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Psychologischen Psychotherapeutin Solveig Florschütz (Psychotherapeutische Gemeinschaftspraxis).

Nach seinem Zivildienst in einem anthroposophisch geführten heilpädagogischen Kinderheim bei Kassel und einer Externenprüfung zum staatlich anerkannten Erzieher begann Till Florschütz zunächst ein Lehramtsstudium der Sonderpädagogik an der Universität Hamburg sowie das damalige Zusatzstudium Musiktherapie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Studienbegleitend half er als Vorstandsmitglied und Mitarbeiter bei dem Aufbau einer anthroposophisch-sozialtherapeutischen Einrichtung für schwer verhaltensauffällige Jugendliche und junge Erwachsene in der Nähe Hamburgs mit. Im Rahmen dieser Tätigkeit war er unter intensiver Supervision seitens der Hochschule bereits als Musiktherapeut tätig. Nach Abschluss des Zusatzstudiums (1988) begann er zunächst eine freiberufliche Tätigkeit als Musiktherapeut in unterschiedlichen Fach-Kontexten.

  • 1989 legte er das Diplom als Musiklehrer ab und arbeitete anschließend neben der musiktherapeutischen Arbeit für 2 Jahre an der Jugendmusikschule Hamburg als Lehrkraft für mehrere Kindergruppen im Bereich der musikalischen Frühförderung.
  • 1990 folgte die Anerkennung und Zertifizierung als Musiktherapeut durch den damaligen Deutschen Berufsverband der Musiktherapeuten. In diesem Jahr wurde außerdem der berufsbegleitende Diplom-Aufbaustudiengang Musiktherapie von ihm begonnen und neue freiberufliche musiktherapeutische Tätigkeiten aufgenommen, insbesondere im Therapeutenteam der Ev. Stiftung Alsterdorf sowie im Institut für ambulante Heilpädagogik und Frühförderung Haus Mignon e.V. (jew. 1990 bis 1993), wobei Till Florschütz innerhalb der Stiftung Alsterdorf mit schwer psychisch kranken Erwachsenen im Wesentlichen mit künstlerisch-psychotherapeutischem Schwerpunkt und im Haus Mignon überwiegend musikalisch-heilpädagogisch mit Kindern arbeitete.
  • 1992 schloss er das Aufbau-Studium mit Diplom ab. Dieses Studium folgte insbesondere einem psychodynamischen Therapie­verständnis.
  • 1993 erfolgte die Gründung der heilpädagogisch-therapeutischen Ambulanz des Instituts für ambulante Heilpädagogik und Psychotherapie e.V. in Harburg und die dortige Mitarbeit sowohl als geschäftsführender Vorstand (Entwicklung und Umsetzung eines multiprofessionellen Behandlungskonzeptes mit HeilpädagogInnen, ErgotherapeutInnen, KinderpsychotherapeutInnen und Künstlerischen TherapeutInnen) sowie bis 1999 selbst als Mitarbeiter im Bereich der künstlerisch-therapeutischen, heilpädagogischen und kinderpsychotherapeutischen Einzel- und Gruppenangebote. Anthroposophische Behandlungskonzepte wurden hier gleichwertig berücksichtigt.

Begleitend zur Arbeit im Institut begann 1993 außerdem die musikpsychotherapeutische klinische Tätigkeit in der Abteilung für pädiatrischen Hämatologie und Onkologie der Universitäts-Kinderklinik Eppendorf (bis 1996) sowie von 1994 bis 1996 eine weitere Tätigkeit in der Ev. Stiftung Alsterdorf, diesmal im Bereich Teamsupervision und Einzelcoaching von Führungskräften sowie seminaristische Angebote für Mitarbeiter zur Konzeptarbeit und Teambildung.

Nach der ersten Approbation ab 1999 erfolgte die weitere berufliche Tätigkeit im Rahmen der eigenen Praxis in Hamburg-Eißendorf (Verhaltenstherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Künstlerische Psychotherapie/Musiktherapie, Lehrmusiktherapie, Supervision und Elternakademie – bis heute).

Lehrtätigkeit

Seit 1998 Tätigkeit als Lehrmusiktherapeut und/oder Lehrsupervisor für jeweils einzelne Studierende des Instituts für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Anerkennung durch die Hochschule seit 1998, heute zertifiziert als Lehrmusiktherapeut DMtG), für Studierende der Hochschule der Künste Berlin und für bereits berufstätige Kolleginnen und Kollegen.

Seit 2004 supervisorische Begleitung einzelner Psychotherapeutischer Kolleginnen und Kollegen (Anerkennung als Selbsterfahrungsleiter und Supervisor durch die Psychotherapeutenkammer Hamburg ab 11/2004).

Seit 2005 Supervision einzelner Ausbildungskandidatinnen im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (Anerkennung als Dozent und Supervisor für das Verfahren tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie im Rahmen der Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bei der Süddeutschen Akademie für Psychotherapie, genehmigt durch die Regierung von Oberbayern ab 03/2005).

Berufspolitik und Ehrenamt

  • 1988 bis 2004 Mitgliedschaft und ehrenamtliche Tätigkeit im Kuratorium zur Gründung eines Instituts für Musiktherapie an der Hochschule für Musik e.V.
    Nach Gründung des Instituts Umbenennung des Vereins in Förderkreis des Instituts für Musiktherapie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg e.V., späterer Rechtsträger des 8. Weltkongresses Musiktherapie 1996, Auflösung des Vereins
  • 1989 bis 1991 Vorstandsmitglied und 1. Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Nord der Deutschen Gesellschaft für Musiktherapie und Mitglied im Präsidium der Gesellschaft.

    Regionale berufspolitische Tätigkeiten, Organisation eines fortlaufenden Seminarprogramms, Planung, Organisation und fachliche Leitung der 2. Hamburger Fachtagung Musiktherapie „Klang, Kunst und Kommunikation“ im Rahmen der 2. Musica-Messe 1990 im CCH Hamburg.

    Vorträge veröffentlicht in: Musik und Kommunikation, Hamburger Jahrbücher zur Musiktherapie, Bremen 1991
  • 1989 bis 1994 Mitglied des fünfköpfigen Redaktionsteams der Fachzeitschrift Musiktherapeutische Umschau, heute Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen), Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie
  • 1992 bis 1994 Vorstandsmitglied und 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands der Musiktherapeuten e.V.

    Überregionale berufspolitische Tätigkeiten. Außerdem Durchführung zweier musiktherapeutischer Fachtagungen: 1. „Resonanzen – Vom Umgang mit Phänomenen der Gegenübertragung in der Musiktherapie“ (1993, Berlin, Hochschule der Künste, fachliche Leitung)

    Vorträge veröffentlicht in: Einblicke – Musiktherapeutische Jahresschrift, Berlin 1994 und 1995
    2. „Stufen des Dialogs“ (1994, Hamburg, gemeinsame Planung und Leitung mit dem Vorstand des Berufsverbands Klinischer Musiktherapeuten)
  • 1996 Mitglied im dreiköpfigen Organisationsteam (Chairboard) des 8. Weltkongress Musiktherapie im CCH Hamburg
    (Gesamtleitung/Chairman Prof. Dr. Decker-Voigt, Hamburg)
    Verantwortliche Leitung und Organisation der kongressbegleitenden Ausstellung „Markt der Möglichkeiten“ (insg. über 60 Aussteller, mehrere Tausend Besucher) und dem „Instrumentenwettbewerb“ (neue Instrumente für die Musiktherapie) im Auftrag der World Federation of Music Therapy und der Fachzeitschrift Musiktherapeutische Umschau
  • 2000 bis 2019 Vorstandsmitglied der Trion eG.
    Die Genossenschaft befasste sich bis 2019 mit der Gründungs-, Organisations- und Finanzierungsberatung für gemeinnützige therapeutische, pädagogische und ökologische Projekte und Stiftungen.
  • 2001 Bestellung zum Mitglied des Errichtungsausschusses für eine Psychotherapeutenkammer Hamburg durch den Gesundheitssenator
  • 2001 bis 2006 Sprecher der Berufsgruppe der Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeutinnen und -therapeuten in der Hamburger Allianz Psychotherapeutischer Berufs- und Fachverbände (13 Verbände)
  • 2002 bis 2010 Mitglied der Delegiertenversammlung der Hamburger Psychotherapeutenkammer sowie stellvertretendes Mitglied der Bundespsychotherapeutenkammer
  • 2002 bis heute Mitglied des Fort- und Weiterbildungsausschusses der Hamburger Psychotherapeutenkammer
    Errichtung und jeweilige Anpassungen der Fortbildungsordnung, laufende Akkreditierung von anzuerkennenden Fortbildungsveranstaltungen, Anerkennung von SupervisorInnen, Erarbeitung und jeweilige Anpassungen der Weiterbildungsordnung
  • 2014 bis heute Mitglied und Vorsitzender des Zulassungsausschusses für Psychotherapie bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg
    Ausschussvorsitzender (für die Seite der Psychotherapeuten) seit Frühjahr 2019

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